Erstes Ausscheidungsrennen um die Olympiaplätze
Nach dem ersten, am Samstag absolvierten Leistungstest für die nationale Seletion um die vier Olympiaplätze, folgte am Montag ein weiterer Test. Die Organisation dieses einen Rennens auf dem Wasser über die olympische Distanz von 2.000 m war bereits von unvorhersehbaren Hindernissen geprägt. So sollte dieses Rennen im Zweier ursprünglich auf der Regattastrecke in Köln-Fühlingen stattfinden. Doch nachdem vor einigen Wochen die Edelstahlseile des Bojensystems dort gestohlen wurden, musste ein alternativer Austragungsort her. Mit der Regattabahn auf der Wedau in Duisburg war diese schnell gefunden.
Am Montagmorgen starteten die Aspiranten für den Deutschlandachter, die “Schwergewichte”, mit ihrer ersten Rangliste. Geplant waren Vorläufe am Morgen und nachmittags dann die Endläufe. Doch auch hier kam es anders. Wegen der Befürchtungen einiger Sportler und Trainer, der zunehmende Wind könnte einige Bahnen auf dem von Bäumen umschlossenen See bevor- bzw. benachteilen, fuhren die Schwergewichte ein Einzelzeitfahren und nicht im direkten Vergleich gegeneinander. Ein Endlauf erfolgte daraufhin am Nachmittag nicht mehr, so dass die erste Zweierausscheidung für die Schwergewichte hier bereits zuende war.
Für die Leichtgewichte blieb es jedoch beim vorgesehenen Zeit- und Ablaufplan. Da ohnehin nur vier Boote gegeneinander fahren sollten, konnte im Notfall eventuellen Bahnvorteilen mit der Verschiebung des Feldes auf andere Startbahnen entgegengewirkt werden.
Lars und Bastian konnten selbstbewusst an die Herausforderung herangehen. Hatten sie doch beide zwei Tage zuvor neue persönliche Bestwerte auf dem Ergometer aufgestellt und in den Trainingslagern zuvor an der Routine im Boot gearbeitet.
Zwei Stunden vor dem Start wurde die Waage – kein Ruderer durfte mehr als 72,5 kg wiegen – bravourös geschafft. Es folgte noch eine Rennbesprechung mit Trainer Marcus Schwarzrock, von dem Lars und Bastian in diesem Jahr aufgrund der vielen Trainingslager und der Eiszeit in Hamburg nur ein Mal auf dem Wasser trainiert wurden. Dennoch funktionierte das Team Schwarzrock/Seibt/Wichert ohne Probleme.
Die Startaufstellung: Schützeberg/Hochbruck (Berlin/Saarbrücken), Kühner/Kühner (Saarbrücken), Seibt/Wichert, Schömann-Finck/Schömann-Finck (Saarbrücken). Bahn 4 – eine Mittelbahn – also. Seibt/Wichert mischten am Start gut mit. Ab der 300 m-Marke ließen sie kein Boot mehr an sich vorbei und schoben sich kontinuierlich bis auf eine Länge vor die beiden Saarbrücker Brüder-Zweier. Der Gegenwind bließ besonders auf den mittleren 1.000 m kräftig und der Streckenabschnitt von 750 m bis 1.000 m schien endlos zu dauern. Doch Trotz des schlechtesten Ergoschnitts aller Boote – und der somit eigentlich schlechteren physischen Leistungsfähigkeit – konnte das Hamburger Duo die Attacken der anderen Zweier immer wieder abwehren und passierte mit seinem Bugball als erste die Ziellinie. Eine Bootslänge dahinter folgten die Kühner-Zwillinge, eine weitere Länge dahinter die Brüder Schömann-Finck. Für die Kombo Schützeberg/Hochbruck erklang die Zielhupe 18 Sekunden nach Seibt/Wichert.
Es war ein wichtiger Etappensieg im nationalen Selektionsprozess, aber noch ist für die Besetzung der Olympiaplätze nichts entschieden. Nach dem Ergotest und der ersten Zweierausscheidung folgen nun noch in drei Wochen (13.-15.04.) auf dem Frühtest in Köln zwei weitere Selektionsmaßnahmen. Eine zweite Zweierrangliste mit Vorlauf und Endlauf sowie ein volles 2.000 m-Rennen im Vierer mit Meßbootanlage. Hier werden die beiden Vierer aus den acht oben genannten Athleten besetzt. Wer mit wem im Vierer sitzen wird, erfahren auch die Athleten erst bei am kommenden Wochenende in Saarbrücken, wo die Vierer schon einmal zusammen trainieren sollen.
Jetzt heißt es noch einmal: REINHAUEN!
Schlagwörter: 2- Zweier ohne, 2012, Duisburg, Selektion